Projekte

Bisher finanzierte Projekte

Publikation über ältere frauenliebende Frauen

Im Januar 2015 bewilligt der Stiftungsrat einen Beitrag für das Buch „Seit dieser Nacht war ich wie verzaubert“. Autorin ist Corinne Rufli, das Buch erscheint im Frühjahr 2015 beim Verlag hier + jetzt. Es enthält elf Porträts von älteren frauenliebenden Frauen aus der Deutschschweiz. Aktuelle Fotos werden dabei mit Fotos aus ihren persönlichen Alben kombiniert. Die Autorin interessiert sich vor allem für die individuellen Lebensläufe in einer Gesellschaft, die lesbische Frauen diskriminiert und ihre Existenz tabuisiert. Sie möchte zeigen, wie sich die Frauen in diesem beengenden gesellschaftlichen Kontext zwischen Nachkriegszeit und bis weit in die 1970er-Jahre bewegt haben und wie sie heute ihr Leben gestalten.

Publikation über den Tätowierer Herbert Hoffmann

Im Januar 2015 bewilligt der Stiftungsrat einen Beitrag an ein Buch über den Tätowierer Herbert Hoffmann (1919-2010). Er verbrachte die letzten dreissig Jahre seines Lebens im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Im Mittelpunkt des Buches, das im Frühjahr 2015 im Limmat-Verlag erscheint, steht ein Album, das Hoffmann zwischen 1960 und 1975 mit bebilderten Artikeln von vielen tätowierten Männern und Frauen aus Magazinen, mit Tattoo-Cartoons und mit Geschäftskarten von Tattoo-Studios gefüllt hat. Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Fachgebieten stellen das Leben und die Arbeit Hoffmanns in einen grösseren Zusammenhang, der auch schwule Aspekte einschliesst.

Ankauf der Fotosammlung von Bob Steffen

Im Herbst 2014 bewilligt der Stiftungsrat einen Beitrag für den Kauf der Fotosammlung von Bob Steffen. Darin enthalten ist auch ein Anteil an deren Aufarbeitung für eine Ausstellung, die im Herbst 2015 im Kornhaus in Bern stattfindet. Gestaltet wird sie von den Bernerinnen Veronika Minder und Efa Mühlethaler.

Der Dekorateur Bob Steffen, auch „Bob le Flaneur“ genannt, lebte von 1928 bis 2012. Er war eine bekannte Figur der Berner Künstlerszene. In jungen Jahren diente er dem Fotografen Werner Bandi als Aktmodell. Es entstanden Bilder, die künstlerisch wie zeitgeschichtlich wertvoll sind. Diese sollen nach der Ausstellung im Schwulenarchiv Schweiz ihren Platz finden.

Publikation über Heinrich Hössli

Im Januar 2014 hat der Stiftungsrat einen Rahmenkredit für eine Publikation über den Namenspatron der Stiftung, den Glarner Autodidakten Heinrich Hössli (1784-1864), bewilligt. Darin beleuchten verschiedene Autoren aus Europa und den USA das zweibändige Werk „Eros“ (1836 und 1838) aus verschiedenen Blickwinkeln. Es war eine der ersten Schriften überhaupt, die dem Thema der Männerliebe gewidmet war. Die Monographie wird eine Schriftenreihe zu den von der Stiftung bearbeiteten Themen eröffnen.

Dieses Buch ist inzwischen erschienen: „Keine Liebe ist an sich Tugend oder Laster“. Heinrich Hössli (1784-1864) und sein Kampf für die Männerliebe, hg. von Rolf Thalmann, Chronos-Verlag Zürich 2014 (224 Seiten, CHF 38.-). Neben den Schwulenzeitschriften haben der Tages-Anzeiger, die Neue Zürcher Zeitung, Schweizer Radio DRS 2 Kultur (Kontext) und das Schweizer Fernsehen (10 vor 10, 23. Dezember) darüber berichtet.

Ankauf von Materialien zu Mary’s Oldtimer Bar

Im Januar 2014 hat der Stiftungsrat einen Beitrag für den Kauf des Nachlasses von Maria (Mary) Lang bewilligt, die von 1937 bis 1977 in der Zürcher Altstadt „Mary’s Old Timers Bar“ geführt hat. Diese wurde nach dem Krieg berühmt als Treffpunkt der amerikanischen Soldaten auf ihrer Schweizer Reise. Nachher verkehrte hier allerhand Prominenz, von Richard Tauber bis Thornton Wilder.

Dieser Ankauf aus Privatbesitz ist mittlerweile erfolgt, und das Schwulenarchiv Schweiz kümmert sich um die Aufarbeitung, die in Form eines Inventars und eines Aufsatzes in einer Fachpublikation erfolgen soll.

Jugendsession 2013 der SAJV

Im November 2013 hat der Stiftungsrat einen Beitrag an die Kosten der „Jugendsession 2013“ der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände bewilligt. Durch die Jugendsession erhalten jährlich über 200 Jugendliche die Möglichkeit, sich im Bundeshaus ein paar Tage mit politischen und sozialen Fragen auseinanderzusetzen.

Für das Jahr 2013 haben sich die zuvor befragten Jugendlichen entschieden, das Thema Homophobie zu einem Schwerpunkt zu machen. Dabei wurde eine Petition, in der Bundesverfassung die Diskriminierung wegen sexueller Orientierung zu verbieten, haushoch angenommen.

Publikation über die Docks von New York

Im Frühling 2013 hat der Stiftungsrat einen Beitrag an die Herausgabe des Buches „Coming Out. Photographing the Gay Culture and New Yorks Waterfront“ von Leonard Fink (1930-1992) beschlossen. Dieses ist 2014 im Verlag Clandestin in Biel erschienen. Leonard Finks Fotografien dokumentieren die Sexualisierung eines Ortes; sie sind visuelle Aufzeichnungen über das tägliche Leben an den Piers, über das Cruising, das Sonnenbaden, das Posen vor den Bars Ramrod, Badlands und der Keller Bar an der West Street, welche die Piers mit dem Greenwich Village verbindet.

Schulprojekt ABQ

Im Januar 2013 hat der Stiftungsrat beschlossen, das Projekt ABQ zu unterstützen. ABQ geht im Kanton Bern auf Schulbesuch und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern eine direkte Begegnung mit schwulen und lesbischen Menschen. Lesben, Schwule und Bisexuelle erzählen ihre Coming Out-Geschichten und diskutieren mit den Jugendlichen übers Anderssein.

Das Ziel von ABQ ist es mitzuhelfen, Vorurteile gegenüber Homosexuellen abzubauen und den Jugendlichen Gelegenheit geben, ihre Fragen zu stellen und ihre Vorurteile zu überdenken.

Normalerweise wird in der Schule das ABC vermittelt. Im Namen ABQ steht das Q für „queer“. Das Schulprojekt ABQ bietet Schülerinnen und Schülern einen halben Tag lang Auseinandersetzung, Information und Diskussion mit und über queere Angelegenheiten.

Filmprojekt „Der Kreis“

Im Herbst 2011 hat der Stiftungsrat einen Beitrag an die Projektentwicklung des Films „Der Kreis“ von Regisseur Stefan Haupt bewilligt. Der Film möchte die Geschichte der damals sehr bedeutenden Homosexuellenorganisation einem breiten Publikum zeigen. Ein Teil dieser Geschichte wird von Schauspielern dargestellt; es kommen aber auch Zeitzeugen zu Wort, die damals im „Kreis“ aktiv waren und sich an die Anfänge der Homosexuellenbewegung erinnern.

Das Schwulenarchiv Schweiz bewahrt wichtige Dokumente zur Geschichte des „Kreis“; diese werden in dem Film ausschnittweise gezeigt und damit einer breiteren Oeffentlichkeit ins Bewusstsein gebracht.

Fotografischer Nachlass im Elisarion

Im Juni 2010 hat der Stiftungsrat einen Beitrag an die Sicherung des fotografischen Nachlasses von Elisàr von Kupffer und Eduard von Mayer bewilligt, der sich im Elisarion in Minusio befindet. Für das Jahr 2011 ist eine Ausstellung zum Elisarion an Ort und Stelle vorgesehen.

Liebesbriefe Johannes von Müllers

Im Herbst 2009 beschloss der Stiftungsrat, die Edition der Liebesbriefe Johannes von Müllers (1752-1809) zu unterstützen. Müller war der bekannteste Schweizer Historiker der Goethe-Zeit. Zudem hinterliess er eine eindrückliche Korrespondenz. Als Beamter und Staatsmann stand Müller mit einem bedeutenden Kreis der damaligen politischen und kulturellen Elite in enger Verbindung.?Wenig thematisiert blieb bisher seingleichgeschlechtliches Empfinden. Dieses zeigt sich vor allem in den Liebesbriefen an den fiktiven Grafen Batthyány. In ihnen reflektiert Müller sein gleichgeschlechtliches Empfinden ausführlich und umfassend.

Es gibt schweizweit und wohl auch international kaum eine ältere Quelle, in der das Empfinden, das wir heute als „homosexuell“ bezeichnen, klarer und eindeutiger beschrieben, analysiert und durchaus selbstbewusst und positiv dargestellt wird. Diese Briefe in ihrer Gesamtheit historisch-kritisch zu edieren und durch einen separaten Kommentar-Band zu erläutern und in den Kontext ihrer Zeit einzubetten, ist ein Projekt, das weit über die Schweiz hinaus Bedeutung hat.